Synopsis

Erster Akt

Friedrich-17Der Preußenkönig Friedrich der Große sieht seinem Lebensende entgegen. Schon vor Jahren hat sich der verbitterte und gealterte Monarch in sein Schloss Sanssouci zurückgezogen, das er nur noch selten verlässt und in dem er mittlerweile auch kaum noch Besuch empfängt. Seinen nahenden Tod vor Augen lässt Friedrich seine Biografie niederschreiben und schildert zu diesem Zweck einem Schreiberling seine Erinnerungen und Erlebnisse aus ruhmreichen Zeiten.

IMG 0547Mit einem Mal wird er in seinem Vortrag gestört. Eine mysteriöse Gestalt tritt aus dem Halbschatten heraus und spricht Friedrich an. Schnell schickt der König den Biografen hinaus.
Er weiß, dass die Person, die gerade unvermittelt den Raum betreten hat, nicht real existiert, sondern ein Wahnbild ist, das ihn verfolgt und das er einfach nicht abschütteln kann. Es ist Hans Hermann von Katte, sein bester Freund, der 45 Jahre zuvor hingerichtet worden ist. Es beginnt eine Unterhaltung zwischen Friedrich und Katte, der den gealterten König dazu bringt, sich seine Jugendjahre in Erinnerung zu rufen.

IMG 0445Der jugendliche Friedrich, den man jetzt im Kreis seiner Familie sieht, wird von seinem Vater, Friedrich Wilhelm I., schikaniert. Ihm ist Friedrichs Schwärmerei für Musik und Literatur suspekt. Friedrich Wilhelm, bekannt als der „Soldatenkönig“, erwartet von seinem Sohn als zukünftigem Thronfolger Gehorsam und Disziplin. Doch der soldatische Drill ist dem feingeistigen jungen Mann zuwider. Gemeinsam mit seiner geliebten Schwester Wilhelmine träumt er von einer besseren Zukunft.
Und tatsächlich gibt es einen Lichtblick: Auf Einladung des Sachsenkönigs August des Starken begleiten die Geschwister ihren Vater an den für seine ausschweifenden Feste berüchtigten Dresdener Hof, um dort einige Wochen zu verbringen.

IMG 0759Die Zeit am Sachsenhof wird für Friedrich zu einem Frühlingserwachen. Hier findet er all das, wonach er sich gesehnt hat: eine kulturbegeisterte, extravagante Gesellschaft, die ihm zum ersten Mal in seinem Leben Anerkennung zollt. Der Hof feiert Friedrichs Musiktalent, seine Bildung und Redegewandtheit. Es kommt zu einer kurzen, aber leidenschaftlichen Liaison zwischen Friedrich und der jungen Gräfin Orczelska, eine der Mätressen des Sachsenkönigs. Darüber hinaus vertiefen Friedrich und Wilhelmine die Bekanntschaft mit dem preußischen Leutnant Hans Hermann von Katte – genau dem jungen Mann, der den alten Friedrich bis ins hohe Alter als Trugbild verfolgen wird.

IMG 0778Als Friedrich nach Berlin zurückkehrt, ist er ein anderer Mensch geworden. Zusammen mit seiner Schwester Wilhelmine und Leutnant Katte bildet er eine verschworene Dreiecks-Gemeinschaft, die ihre Ideale hochleben lässt. Zwischen Wilhelmine und Katte entwickelt sich eine Liebesbeziehung, die Friedrich missfällt. In seinem Selbstbewusstsein gestärkt, begehrt Friedrich zunehmend gegen die Tyrannei seines Vaters auf. Diese jugendliche Rebellion provoziert den König so sehr, dass der Konflikt schließlich eskaliert: vor versammelter Truppe prügelt Friedrich Wilhelm seinen Sohn beinahe zu Tode.
Zusammen mit seinem Freund Katte beschließt Friedrich daraufhin die Flucht aus Preußen.

 

 

Zweiter Akt

Friedrich-30Noch während Katte mit seiner Geliebten Wilhelmine über Friedrichs Fluchtplan streitet, ist das Vorhaben bereits vereitelt. Friedrich ist gefasst und eingekerkert worden. Sein Vater begreift den Fluchtversuch als Desertion und Hochverrat und lässt seinem Zorn freien Lauf. Als er unter Mithilfe des korrupten Ministers Grumbkow entdeckt, dass Friedrichs Freund Hans Hermann von Katte an dem Komplott beteiligt ist, erkennt der König die Möglichkeit, seinen Sohn ein für alle Mal zu brechen. Er lässt Katte zum Tode verurteilen und ordnet gleichzeitig an, dass Friedrich die Hinrichtung direkt von seinem Zellenfenster aus mit anzusehen hat.

IMG 0569Doch bevor es zum Äußersten kommt, bricht die Szene ab. Die Erinnerung an die Hinrichtung seines besten Freundes ist für den König unerträglich. Es wird deutlich, dass Friedrichs Verbitterung in dieser Tragödie begründet liegt. Er fährt stattdessen fort, die vermeintlich strahlenden Momente seines Lebens aufzuzählen.

IMG 0801So setzt Friedrich seine Erzählung mit seiner Krönung zum König fort. Nach dem Tod des verhassten Vaters gilt er als Hoffnungsträger der Nation, weil er für fortschrittliche Ideen zu stehen scheint. Doch als Maria Theresia nur Wochen später in Wien zur Kaiserin gekrönt wird, sieht Friedrich seine Chance gekommen, zu historischem Ruhm zu gelangen: Ausgerechnet der Freund der Künste und Musen befiehlt den Waffengang auf Schlesien, den er siegreich vollendet und fortan den Beinamen „Der Große“ bekommt.

IMG 0374Jahre später ist Friedrich zu einem ruhmreichen Feldherrn aufgestiegen und lässt sich in seinem neu gebauten Schloss Sanssouci feiern. Hier umgibt er sich mit den größten Künstlern und Denkern seiner Zeit, darunter der berühmte Philosoph Voltaire. Hier glaubt er, endlich einen Rückzugsort gefunden zu haben – „Sanssouci“, einen Ort „ohne Sorge“. Doch er hofft vergeblich darauf, so den dunklen Schatten der Vergangenheit entkommen zu können.

IMG 0477Friedrich hat sich im Laufe der Zeit sehr verändert. Er ist zu einem ruhmsüchtigen und eitlen Menschen geworden. Als seine zu Besuch gekommene Schwester Wilhelmine ihm den Spiegel vorhält, reagiert er – ein Ebenbild seines Vaters – mit übermäßiger Wut. Der darauffolgende Siebenjährige Krieg wird für ihn nun auch zu einem Instrument, den inneren Schmerz mit Gewalt zu betäuben.
Doch Linderung bringt ihm das nicht. In den langen Kriegsjahren wird Friedrich endgültig zu einem gebrochenen Mann, der die Illusion des eigenen Glücks trotz des äußerlichen Erfolges nicht aufrecht erhalten kann.

IMG 0885Im Tod fasst Friedrich den Mut, das traumatische Bild seines Lebens tatsächlich aufsteigen zu lassen und sich noch einmal mit dem Unerträglichen zu konfrontieren. Der große Monarch stirbt, begleitet von seinem Trugbild Katte.
Einsam, aber erlöst.

Aufführungen
2014  Hameln
Fulda


2012  Potsdam
 
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